Was ist feuerfester Mörtel und wie funktioniert er?
Feuerfester Mörtel – Wofür wird er verwendet?
Feuerfester Mörtel wird eingesetzt, um Bauteile aus Stahl oder Stahlbeton während des gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraums vor Feuer zu schützen. Diese Zeit wird mit einem großen „R“ und der entsprechenden Minutenangabe gekennzeichnet, z. B. R120. Es handelt sich um ein vielseitiges System, das aufgrund seiner funktionalen Vorteile (einschließlich Langlebigkeit), seiner schnellen Verarbeitung und einfachen Anwendung in der Praxis weit verbreitet ist.
Warum feuerfester Mörtel?
Was sind die Hauptvorteile von feuerfestem Mörtel?
- Effizientes und einfaches Beschichten auch komplexer Strukturen mit vielen Elementen (z. B. Bewehrungsstäbe)
- Schnelle Umsetzung
- Geringe Schichtdicke bei gleichzeitig hohem Brandschutzniveau
- Schalldämmend – daher auch als Akustikputz einsetzbar
- Ästhetisches Erscheinungsbild der geschützten Bauteile
- Für den Innen- und Außenbereich geeignet
- Kostengünstiger Brandschutz
Feuerfester Mörtel – Hauptmerkmale:
- Schnelle Applikation innen und außen
- Auch für kleine Bauteile geeignet
- Überstreichbar mit Deckanstrichen
- Schall- und Wärmedämmung
Technische Spezifikationen feuerfester Mörtel
Feuerfester Mörtel ist ein Gemisch aus leichten Rohstoffen (meist Perlit und Vermiculit), Bindemitteln und Zusatzstoffen. Er wird maschinell mit Putzmaschinen aufgebracht. Ziel der Anwendung ist es, die Beständigkeit von Bauteilen gegenüber Feuer und hohen Temperaturen zu erhöhen. Die aufgesprühte Schicht bildet eine dichte und kompakte Barriere, die als Isolierung dient und einen passiven Schutz gegen Überhitzung bietet. Dadurch bleibt die Tragfähigkeit der betroffenen Struktur länger erhalten – ein entscheidender Sicherheitsvorteil, der bei Rettungseinsätzen Zeit zur Evakuierung und Gerätesicherung verschafft.
Je nach gewähltem Mörteltyp kann dieses System sowohl in offenen als auch in geschlossenen Bereichen sowie in besonders anspruchsvollen Umgebungen (z. B. Tunnel, petrochemische Anlagen) eingesetzt werden. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme, die jeweils auf die Art des Gebäudes, die Nutzung und potenzielle Gefahren abgestimmt werden.
Intuseal bietet zwei spezielle feuerfeste Mörtel zur Brandschutzbeschichtung von Stahl- und Stahlbetonkonstruktionen an.
Die Schichtdicke wird so gewählt, dass die geforderte Feuerwiderstandsdauer erreicht wird – von R30, R60, R120, R240 bis hin zu R360. Im Hochbau werden am häufigsten R60- und R120-Anforderungen gestellt.
Feuerfester Mörtel aufgetragen – was nun?
Nach dem Auftrag kann die Oberfläche leicht geglättet oder in der sogenannten "Lammform" belassen werden. Nur die Lammform bewahrt jedoch die vollständigen akustischen Eigenschaften des Materials.
Die Aushärtung dauert etwa einen Monat. Danach kann die Oberfläche mit professionellen Acrylfarben gestrichen werden (mittels geeigneter Sprühtechnik).
Es ist auch möglich, mit feuerfestem Mörtel behandelte Flächen mit Gipskartonplatten zu verkleiden – jedoch ohne die Brandschutzschicht zu beschädigen oder zu durchdringen.
Feuerfester Mörtel vs. intumeszierende Brandschutzbeschichtungen
Der Hauptvorteil von feuerfestem Mörtel gegenüber intumeszierenden Beschichtungen liegt vor allem im Preis – da in vielen Fällen eine geringere Brandschutzdicke erforderlich ist.
Feuerfester Mörtel – Nass- oder Trockenanwendung
- Nassauftrag:
Für besonders anspruchsvolle Bedingungen wie Chemieanlagen oder Tunnel. Dabei wird Wasser maschinell zum Material hinzugefügt. Der Mörtel hat eine „schlammige“ Konsistenz, die ein einfaches Glätten mit der Kelle erlaubt. - Trockenauftrag:
Anwendung unter Standardbedingungen auf der Baustelle. Der Trockenspritzmörtel benötigt weniger Wasser, erzeugt aber viel Staub.
Was lässt sich mit feuerfestem Mörtel schützen?
Die richtige Vorbereitung des Untergrunds ist entscheidend für die Langlebigkeit und Wirksamkeit des Systems. Auch Elemente mit sehr geringer Querschnittsfläche können mit feuerfestem Mörtel geschützt werden.
Brandschutz von Stahlkonstruktionen:
Vor dem Auftrag muss der Stahl frei von Verschmutzungen sein. Die Schutzschicht wird anhand der Korrosionsklasse und der kritischen Stahltemperatur bestimmt – daraus ergibt sich die erforderliche Schichtdicke.
Brandschutz von Stahlbetonkonstruktionen:
Vor dem Auftrag ist die Betonfläche zu reinigen, lose Teile zu entfernen und den Untergrund mit Hochdruck von Staub zu befreien. Basierend auf Bauteildicke und Bewehrungsabstand wird die erforderliche Schichtdicke berechnet.
Feuerfester Mörtel auf Stahl- und Stahlbetonbauteilen ermöglicht auch den umfassenden Schutz tragender Betondecken mit eingelagerten Stahlträgern.
Brandschutz von Träger- und Rippendecken:
Hier gilt ebenfalls: reinigen, lose Bestandteile entfernen, staubfrei machen. Es können Feuerwiderstandsklassen bis R240 erreicht werden.
Brandschutz von Trapezblechdecken:
Vor dem Auftrag ist das Blech staubfrei, sauber und entfettet. Der Mörtel wird direkt auf die Decke und in das Profil des Trapezblechs aufgetragen.
Pro Partner AG
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